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Besuch im Samariterstift Grafeneck

 

Kühl und wolkig war es am Mittwochmorgen, als sich die Schüler der Gymnasialklasse 9 in einem Minibus in das rund sechzig Kilometer entfernte Samariterstift Grafeneck auf der Schwäbischen Alb aufmachten. Auf dem Programm stand keine unbeschwerte Wanderung im Lautertal, sondern im Rahmen des Geschichtsunterrichts ein Lerngang in eine Behinderteneinrichtung, in der die Nationalsozialisten im Jahr 1940 auf der Grundlage ihrer Ideologie vom „lebensunwerten Leben“ über 10.000 geistig behinderte und psychisch erkrankte Menschen vergasten.

Grafeneck 1
Grafeneck 2

Da diese ungeheuerliche Tat noch lange vor der Eröffnung der großen Vernichtungslager im Osten durchgeführt wurde, bezeichnet man diese T4-Aktion (benannt nach der Tiergartenstraße 4 in Berlin, in dem die Aktionsleitung ihren Sitz hatte) auch als Auftakt zur „fabrikmäßigen Vernichtung von Menschen“. Grafeneck war die erste von insgesamt sechs Einrichtungen dieser Art.

Zunächst mussten sich die Schüler mit der Tatsache auseinandersetzen, dass Grafeneck nach dem Untergang des Dritten Reichs als Behinderteneinrichtung weitergeführt wurde. Bei einem Rundgang auf dem Gelände begegneten den Schülern immer wieder behinderte Menschen, die zum Teil offen und neugierig auf sie zukamen. Anders als in anderen Gedenkstätten des NS-Regimes wurden die Schüler so unmittelbar mit den Menschen konfrontiert, die vor rund siebzig Jahren mit großer Wahrscheinlichkeit an dieser Stelle getötet worden wären.

 

  Grafeneck 3
Begleitet durch eine wissenschaftliche Mitarbeiterin besuchten die Schüler neben dem Dokumentationszentrum auch den Friedhof, auf dem mit Beginn der Aufarbeitung der NS-Vergangenheit Grafenecks in den neunziger Jahren die Asche zahlloser Opfer beigesetzt wurde.

Die zahlreichen Fragen der Schüler sowie eine spürbare Betroffenheit auf der Rückfahrt zeigten deutlich, dass sie sich intensiv mit der Geschichte dieses speziellen Ortes auseinandergesetzt hatten.

Als der Bus wieder in Richtung Schule losfuhr, brach die Sonne wie ein Zeichen der Hoffnung durch die Wolken.

  Grafeneck 4
 

 
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